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Ulrich Simons

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Ulrich Simons - Franziskus-Krankenhaus

Der grüne Pfeil zeigt auf den ehemaligen Hubschrauber-Landeplatz des Franziskus-Krankenhauses gleich neben der Einfahrt am Morillenhang, wo der neue Parkplatz entstehen soll. Die Stellplätze werden 20 Zentimeter breiter als ursprünglich geplant und kommen deshalb erst zur zweiten Jahreshälfte. // Foto: Ulrich Simons

 

11. Januar 2019

High-Tech-Parkplatz am "Franziskus"
soll Wohngebiet entlasten

Die Zukunft des Parkens können Autofahrerinnen und -fahrer in Aachen demnächst an der neuen Uniklinik-Zweigstelle "Franziskus" am Morillenhang erleben. Voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte will die Aachener Parkhaus GmbH (APAG) dort einen Parkplatz mit 66 Stellplätzen in Betrieb nehmen.

Der Clou, erstmals in Aachen: Der gesamte Parkvorgang soll ticketlos erfolgen. Kein nasser Arm mehr im Regen beim Griff aus dem Seitenfenster nach dem Parkschein - die Abrechnung erfolgt über Kennzeichenerfassung mithilfe intelligenter Kameras bei der Ein- und Ausfahrt. Das Fenster kann zubleiben.

Derzeit laufen letzte Detailplanungen. Wenn alles wie gewünscht funktioniert, könnte der Parkplatz ein Pilotprojekt für die Umrüstung der APAG-Parkhäuser und -plätze in der Stadt werden. Ob er allerdings die dringend notwendige Entlastung für das Wohngebiet rund um das Krankenhaus und das Ärztehaus in der Sanatoriumstraße bringen wird, steht auf einem anderen Blatt ...

 

Parkdeck war von Anfang an zu klein

Die Probleme begannen vor 16 Jahren. Sie waren schon damals abzusehen, und sie haben mittlerweile eine beträchtliche Größe erreicht: Weil das Parkdeck für die 2004 eröffnete Praxisklinik an der Sanatoriumstraße von Anfang an viel zu klein dimensioniert war und nicht einmal für die Beschäftigten der dortigen Arztpraxen ausreichte, ist der Parkdruck in den Wohnstraßen rund um das Franziskushospital im Laufe der Jahre auf ein ziemlich unerträgliches Maß gestiegen.

"Sechs renommierte Aachener Arztpraxen" hatte die Krankenhausleitung im Dezember 2002 als künftige Nutzer des neuen Ärztehauses angekündigt. Es blieb nicht die einzige Ungereimtheit in der Geschichte des Neubaus. Im Bauantrag, der bei der Stadt vorgelegt worden war, soll nur von zwei Arztpraxen die Rede gewesen sein.

Dass selbst in diesem Fall die geplanten 50 Stellplätze an der Sanatoriumstraße nicht ausreichen würden, konnte man sich als Anwohner an den fünf Fingern abzählen, bevor der Betrieb überhaupt begonnen hatte. Denn die 25 Parkplätze in der Tiefgarage wurden gleich wieder für Ärzte und Mitarbeiterinnen einkassiert und mit einem Rolltor gesichert.

 

Krankenhaus versprach "Entlastung für Anlieger"

Das hielt allerdings die Franziskanerinnen von der Heiligen Familie in Mayen, die zu jener Zeit das Krankenhaus betrieben, und ihre Architekten Hansen-Wirtz (Aachen) nicht davon ab zu behaupten, die Parkplätze auf dem Parkdeck seien auch für die Besucher des Krankenhauses gedacht, "so dass die Anliegerstraßen entlastet werden". Reichlich naiv, wie sich schon bald herausstellen sollte.

Ohne dass ein einziger Parkplatz neu geschaffen worden wäre, hielt in den folgenden Jahren ein Arzt nach dem anderen in der neuen Immobilie Einzug. Viele brachten ihre eigenen Mitarbeiterinnen mit, vor allem aber ihre Patienten.

 

Ulrich Simons - Ärztetafel Praxisklinik Franziskus

Zwei standen im Bauantrag, "sechs renommierte Aachener Arztpraxen" wurden im Dezember 2002 als Untermieter der neuen Praxisklinik am Franziskus-Hospital angekündigt. Was 17 Jahre später daraus geworden ist, zeigt die Ärztetafel an der Ecke Lütticher-/Sanatoriumstraße. // Foto: Ulrich Simons

Die orthopädische Praxis Schmitz-Weeg, bis 2004 im Pauwels-Haus am Boxgraben ansässig und Mieter der ersten Stunde an der Sanatoriumstraße, ist nach ihrem Umzug im Laufe der Jahre zu einer Praxisgemeinschaft mit insgesamt elf Ärztinnen und Ärzten angewachsen.

Oben im Flur auf der zweiten Etage hängt eine Tafel mit den Portraits der amtierenden Medizinerinnen und Mediziner und des Praxisteams. Der staunende Besucher zählte am 9. Januar sage und schreibe 45 Köpfe. Eine Etage tiefer befinden sich die ambulanten OPs der Orthopäden.

 

Wundersame Ärzte-Vermehrung

Auch in der urologischen Praxis im Erdgeschoss hat eine wundersame Vermehrung des Fachpersonals stattgefunden. Residierten dort anfangs mit Dr. Manfred Dannenberg und Dr. Klaus Weigner zwei stadtbekannte Urologen (bis 2004 am Dahmengraben), kümmern sich heute ausweislich der Türbeschriftung vier Fachärzte um ihre Patienten. Dr. Dannenberg und Dr. Weigner haben das Rentenalter erreicht und sind nicht mehr im Haus.

Gleich nebenan befindet sich die Physiotherapie Robert Kisters mit rund einem weiteren Dutzend Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und entsprechend vielen Besuchern.

Im Souterrain, auf Parkdeck-Niveau, firmiert schließlich seit einigen Jahren eine kleine Filiale des Sanitätshauses Fendel & Keuchen. Parkplätze bietet die Firma auf ihrer Internetseite "am Franziskushospital und in den umliegenden Straßen" an. Im Untergeschoss haben außerdem fünf Anästhesisten (Narkoseärzte) und Schmerztherapeuten ihre Arbeitsräume.

Ulrich Simons - Franziskushospital

20. Januar 2003: Die Bagger sind da. Innerhalb eines Tages ist der idyllische Klostergarten Geschichte. Heute parken dort Autos. // Foto: Archiv Ulrich Simons

 

Bis 2003 stand an dieser Stelle ein zweigeschossiges Versorgungsgebäude, in dem unter anderem die Küche des Krankenhauses untergebracht war. Wo sich heute Patienten um die Parkplätze kabbeln, sammelten im Herbst die Nonnen des Krankenhauses im kleinen Klostergarten Birnen und Äpfel ein.

Die Stadt muss sich an Stellplatz-Ablösebeiträgen dumm und dusselig verdient haben - falls sie die Entwicklung überhaupt mitbekommen hat.

 

Stadt entdeckt Fehler - nach 36 Jahren

In das ehemals ruhige Wohngebiet kehrte jedenfalls ab 2004 Leben ein. Allerdings anders als es sich die Anwohner vorgestellt hatten.

Die hatten zwar noch versucht, mit einer Klage vor dem Verwaltungsgericht den Bau zu stoppen, mussten sich aber im Juni 2003 von den Richtern der 5. Kammer belehren lassen, dass das alles schon nicht so schlimm würde wie befürchtet. Womit die Robenträger zweifellos Recht hatten: Es wurde noch viel schlimmer.

Die Anwohner hatten sich bei ihrer Klage darauf verlassen, ihre Häuschen Anfang der 1970er Jahre am frisch angelegten Morillenhang in einem reinen Wohngebiet errichtet zu haben.

Doch das Gericht war anderer Ansicht: Da Wohnhäuser und Krankenhaus zur etwa gleichen Zeit entstanden waren (Anm.: die Wohnhäuser 1967, das Krankenhaus 1968), seien beide "prägend" für das Neubaugebiet an der Lütticher Straße. Daher handele es sich auch nicht um ein "reines Wohngebiet" , sondern um eine "Gemengelage".

Zudem gab es für das Wohn-Gemenge noch nicht einmal einen Bebauungsplan. Der 1964 verabschiedete B-Plan 523 habe aufgrund von Verfahrensfehlern nie Rechtskraft erlangt, erfuhren die staunenden Nachbarn.

 

Anwohner befürchten Aufstockung

Begründung des Bauordnungsamtes: Das vorgeschriebene Offenlegungsverfahren und die Bürgerbeteiligung seien einen Tag zu früh beendet worden. Dies habe man allerdings erst 36 Jahre später bei der Prüfung des Bauantrages für die Praxisklinik festgestellt.

Nicht wenige Anwohner bezweifeln die Darstellung bis heute und beklagen den Wertverlust ihrer Immobilien durch das gewandelte Umfeld. Und noch immer geistert die Befürchtung durch Sanatoriumstraße und Morillenhang, das Krankenhaus könnte das Parkdeck um eine Etage aufstocken.

 

Ulrich Simons - Parkdeck Praxisklinik Sanatoriumstraße

Schon beim Bau des Parkdecks an der Sanatoriumstraße war abzusehen, dass die Fläche viel zu klein und selbst 50 Parkplätze nicht ausreichen würden. // Foto: Archiv Ulrich Simons

Man bräuchte nicht einmal eine Rampe. Man müsste nur an der Patientenvorfahrt den Grünstreifen (wo auf dem Foto der hellgraue Bauwagen steht) opfern und den Zaun wegnehmen, und schon hätte man eine prächtige Zufahrt zu einer zweiten Parkebene. Die Pfeiler in der Tiefgarage nach oben zu verlängern, um die neue Parkpalette zu stützen, dürfte das geringste Problem sein.

Auch der Verkehr in der engen Sanatoriumstraße, die dieser Belastung überhaupt nicht mehr gewachsen ist, ist an Werktagen oft chaotisch. Hupereien und lautstarke Wortwechsel, wenn zwei nicht aneinander vorbeikommen, sind an der Tagesordnung.

Der rot-weiße Poller gegenüber der Parkdeck-Ausfahrt vor Haus Nummer 11 ist mindestens einmal im Quartal krummgefahren oder ganz abgebrochen, weil schon wieder ein Autofahrer beim Verlassen des Parkdecks schwungvoll den Bürgersteig mitbenutzt und den "Stipp" übersehen hat.

Es ist der gleiche Bürgersteig, auf dem für viele Kinder und Jugendliche, die im Bereich Hanbrucher Straße und Rosfeld wohnen, der Schulweg zum Couven-Gymnsium verläuft ...

 

Ab 7 Uhr morgens sind die Wohnstraßen dicht

15 Jahre nach der Inbetriebnahme der Praxisklinik hat sich vor allem die Parksituation mit jedem Arzt, der neu einzog, verschärft. Tagsüber ist seit Jahren selbst in entfernteren Seitenstraßen kaum noch ein Parkplatz zu bekommen. Anwohner - sofern sie keine Garage besitzen - müssen mit ihren Einkäufen weite Wege gehen, weil die Stellplätze vor ihren Häusern an manchen Tagen bereits kurz vor 7 Uhr bis weit in den Nachmittag von Patienten der Praxisklinik zugeparkt sind.

Und nicht nur von diesen. Seit ein paar Jahren ist das Parkdeck gebührenpflichtig und mit einer Schranke versehen, nachdem man festgestellt hatte, dass unter anderem auch Pädagogen des Couven-Gymnasiums an der Lütticher Straße dort gerne ihre Autos abstellten.

Ulrich Simons - Franzsikus-Hospital

Die Zufahrt zum neuen Parkplatz des "Franziskus" soll von der Lütticher Straße her über das Gelände der ehemaligen Gärtnerei erfolgen. // Foto: Ulrich Simons

 

Und das Krankenhaus trug auch nicht gerade zur Entspannung der Lage bei: Rund 30 Parkplätze vor der Außenmauer des "Franziskus" am Morillenhang, die früher zumindest teilweise von Besuchern genutzt werden konnten, sind inzwischen reserviert und fest in der Hand der Krankenhaus-Mitarbeiter.

 

66 extrabreite Parkplätze

Doch Abhilfe scheint in Sicht: Die Uniklinik, seit 1. Januar 2020 Betreiberin des ehemaligen Franziskus-Krankenhauses, hat als eine ihrer ersten Maßnahmen mit der Aachener Parkhaus GmbH (APAG) einen Vertrag zum Betrieb eines Parkplatzes geschlossen.

Der soll 66 extrabreite Stellflächen haben und im Bereich des ehemaligen Hubschrauber-Landeplatzes gleich neben der Einfahrt am Morillenhang entstehen.

Um nicht noch mehr Begegnungsverkehr in Sanatoriumstraße und Morillenhang zu erzeugen und die Verkehrsbelastung für die Nachbarn so gering wie möglich zu halten, ist geplant, dass die Zufahrt zum Parkplatz von der Lütticher Straße her über die Feuerwehrzufahrt hinter der Esso-Tankstelle erfolgen soll. Die Ausfahrt soll dann am Morillenhang erfolgen.

Allerdings sollte man sich nicht von der Zahl blenden lassen: Da wird nicht etwa ein komplett neuer Parkplatz aus dem Boden gestampft, denn der "Offroad-Hügel" wird heute schon als Parkfläche genutzt. Gut 20 Pkw stehen dort bereits in den frühen Morgenstunden und verlassen das Gelände am Abend mehr oder weniger wie auf Kommando, was die Vermutung nahelegt, dass die Fahrzeuge in erster Linie Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Krankenhauses gehören.

 

Wirkliche Entlastung brächte nur eine alte Idee

Es wird also demnächst vor allem ein bisschen aufgeräumter aussehen, aber richtig neu ist maximal die Hälfte der geplanten 66 Parkplätze. Ob die eine wirkliche Entlastung für die Anwohner im Viertel bringen, muss sich noch herausstellen. Zumal das Parken dort dann nicht mehr kostenlos sein wird.

Um eine wirkliche Verbesserung der Situation zu schaffen, müsste man vielleicht nochmal einen alten Plan aus der Schublade holen, der dort vor etwa 15 Jahren zusammen mit der Idee verschwand, den Haupteingang des Krankenhauses an die Lütticher Straße zu verlegen.

Damals hatte man vor, die Mauer an der Ecke Lütticher-/Sanatoriumstraße komplett wegzunehmen und auf dem Rasenstück dahinter weitere Parkmöglichkeiten zu schaffen. Der in einigen Jahren anstehende Abriss des weißen Verwaltungsgebäudes böte dazu die passende Gelegenheit.

Egal, was die Uniklinik anschließend an dieser Stelle vorhat: Am besten wäre, man würde mit einer mehrgeschossigen Tiefgarage anfangen.

 

Im März eröffnet die neue Radiologie

Nachtrag: Im März soll im Keller an der Sanatoriumstraße die neue Radiologie mit CT und MRT eröffnet werden. Der Zugang erfolgt über den Eingang zur Praxisklinik oder den Haupteingang des "Franziskus". Die Einrichtung steht außer den Krankenhaus-Patienten zunächst nur Privatpatienten offen, eine Kassenzulassung wird jedoch erwartet.

Es ist zu befürchten, dass nicht alle Patientinnen und Patienten zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit dem Bus kommen werden ...

Ulrich simons - Parkdruck

Manche parken, als ob es keine Regeln gäbe. Nicht einmal abgesenkte Bordsteinkanten für Rollstuhlfahrer, Rollator-Benutzer und Kinderwagen sind ein Hindernis. Ein Schnappschuss vom Morillenhang/Ecke Franziskusweg am Dienstag dieser Woche. // Foto: Ulrich Simons

 

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