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Ulrich Simons - BI Lütticher Straße

1364 Unterschriften gegen den geplanten Umbau der Lütticher Straße. Am Dienstag übergab Rainhard Engels den Ordner mit den Unterschriftenlisten Oberbürgermeistern Sibylle Keupen. Die Delegation von der Lütticher Straße komplettierten Axel Müllers und Sonja Thüllen. // Foto: Ulrich Simons

 

12. Januar 2021

Im Ton durchaus freundlich,
in der Sache wenig Bewegung

Eine dreiköpfige Delegation von Anwohnern hat am Dienstagnachmittag Oberbürgermeisterin Sibylle Keupen im Rathaus einen Ordner mit 1364 Unterschriften gegen den geplanten Umbau der mittleren Lütticher Straße übergeben.

Von Seiten der Verwaltung nahmen neben Sibylle Keupen ihr persönlicher Referent Helmut Ludwig und Uwe Müller, Leiter des Dezernates III "Verkehrsplanung und Mobilität", an dem Treffen teil.

Nach umfangreichen Leitungsarbeiten der RegioNetz soll der Querschnitt der Lütticher Straße im Sinne des 2019 beschlossenen Radentscheids komplett neugestaltet werden. Dabei sollen an der Seite in Fahrtrichtung Belgien sämtliche Parkplätze am Straßenrand wegfallen und an ihrer Stelle ein 2,30 Meter breiter geschützter Fahrradstreifen entstehen.

Oberbürgermeisterin Sibylle Keupen konnte dem Trio wenig Hoffnung auf grundlegende Änderungen der Planungen machen. „Wir befinden uns am Anfang einer historischen Wende weg vom Diktat des Autos hin zur Fokussierung auf den Menschen“, sagte sie. So etwas sei "immer mit Verlusten verbunden".

Im übrigen setze die Verwaltung nur den Auftrag der Politik um, die mit großer Mehrheit im Herbst 2019 die Umsetzung des Radentscheids beschlossen habe.

 

"Trügerische Sicherheit"

Axel Müllers, seit 2013 Anwohner der Lütticher Straße in dem betroffenen Abschnitt, stellte zunächst klar: „Es gibt keinen in der Nachbarschaft, der sich gegen Maßnahmen sträubt, die den Radverkehr sicherer machen.“

Der geplante Fortfall von rund 80 Parkplätzen sei allerdings ein riesiges Problem, das durch den Neubau an der Ecke Hohenstaufenallee verschärft werde, wo nur jede zweite der 63 Wohnungen über einen Tiefgaragen-Stellplatz verfüge.

Eine nicht zu unterschäftzende Gefahrenquelle sah Axel Müllers auch in den zahlreichen Gundstückseinfahrten im Plangebiet. „Eine Protected Bike Lane, die alle paar Meter von einer Grundstückszufahrt überquert wird, erzeugt eine trügerische Sicherheit.“

Die Geschichte dieses Abschnitts der Lütticher Straße lasse sich bis in napoleonische Zeit zurückverfolgen. "Das ist ein in Aachen einmaliges Ensemble.“

Vor diesem Hintergrund sei die Fällung zahlreicher Bäume zumindest fragwürdig. "Die Bäume und der Radweg zwischen Hohenstaufenallee und Klemensstraße sind ein ziemlich vernachlässigter Bereich. Kann man diesen Streifen nicht reaktivieren?" Neue, kleine Bäumchen könnten den Charakter der Allee auf Jahre hinaus nicht wiederherstellen.

Anwohner Rainhard Engels. seit 1964 Anwohner der Lütticher Straße, legte nach: "Alles war viele Jahre lang gut, und das wäre es auch heute noch, wenn es gepflegt worden wäre."

 

„Ein Mehrwert für die Menschen“

Oberbürgermeisterin Sibylle Keupen stellte die Probleme an der mittleren Lütticher Straße in den großen Kontext "Mobilitätswende": „Wir befinden uns am Anfang einer historischen Wende weg vom Diktat des Autos hin zur Fokussierung auf den Menschen.“

Aachen sei im Moment noch sehr „autozentriert“, in sofern stünden einzelne Gruppen von Verkehrsteilnehmern vor einem „schmerzlichen Wandel.“

„Es ist nicht die Frage: Wie erhalten wir die Parkplätze?, sondern: Wo sind die Alternativen?“
Klar seien zwei Dinge: „Das geht nicht ohne Verluste.“ Und: „Wir werden Abschied nehmen müssen von liebgewordenen Gewohnheiten.“

Am Ende stehe ein entschleunigter, sicherer Verkehr. "Das ein Mehrwert für die Menschen.“

Und als Ersatz für die gefällten Bäume versprach sie keine Bonsai-Anpflanzungen, sondern "richtige Bäume, Stückpreis 2000 Euro.“ Sibylle Keupen wörtlich: „Wir geben nicht leichtfertig Bäume auf.“

 

"Total veränderte Perspektive"

Verkehrsmanager Uwe Müller, langjähriger Anwohner der Sanatoriumstraße und von daher im Viertel wie im Thema gleichermaßen "zu Hause", erläuterte: Die Erneuerung der Lütticher Straße habe ursprünglich drei Bauabschnitte umfasst.

Der erste Bauabschnitt zwischen Schanz und Körnerstraße mit den Schutzstreifen für Radfahrer am Fahrbahnrand sei „ein Kind seiner Zeit.“ Heute würde man das nicht mehr so machen. „Die Perspektive hat sich aus Sicht der Radfahrer total verändert.“

Der erste Bauabschnitt ist gerade mal sechs Jahre her. Da mutete es schon sehr ambitioniert an, wenn Sibylle Keupen ankündigte: „Wir wollen Dinge machen, die auch in 30, 40 Jahren noch modern sind.“

Im übrigen habe die Verwaltung da nicht so furchtbar viel Möglichkeiten, den Anwohnern entgegenzukommen. „Es geht um einen politischen Beschluss, an den wir als Verwaltung gebunden sind.“

Ihr Ansatz für eine erfolgreiche Mobilitätswende: „Wenn wir das Thema Sicherheit vom Kind her denken, dann wird es für die Senioren auch sicherer.“ Konkret: „Jedes Kind soll sicher aus der Tür seines Hauses laufen und sein Umfeld eigenständig und ohne Gefährdung durch den Straßenverkehr erkunden können.“

 

Oberbürgermeisterin kommt an einem Samstag vorbei

Verkehrsmanager Uwe Müller dämpfte Befürchtungen, es könne schon morgen mit den Bauarbeiten losgehen. „Wir sind immer noch am Anfang eines Diskussionsprozesses.“ Zudem seien die in Umlauf befindlichen Skizzen dem Wunsch der Politikerinnen und Politiker geschuldet, die immer gerne vor Augen hätten, worüber sie beraten.

„Ob eine Protected Bike Lane dort das Element der Wahl ist, ist noch offen", gab Uwe Müller zu bedenken. Vor allem die Müllabfuhr habe Probleme in Straßen mit baulich angelegten Radwegen. "Vielleicht gibt es da eine Lösung, die wir noch nicht kennen.“           

Sibylle Keupen versprach: „Sobald Corona es zulässt, komme ich gerne mal an einem Samstag vorbei und spreche mit den Anwohnern. Inklusive Brötchen bei Mannebach.“

Nochmal Uwe Müller: „Ich rechne damit, dass das Thema im März/April wieder in die Ausschüsse kommt, danach folgt die Ausbauplanung und die Kostenermittlung.“ Ein Ausführungsbeschluss sei nicht vor Ende des Jahres zu erwarten.

Die Oberbürgermeisterin in ihrem Schlusswort nach einer sehr konstruktiven und harmonischen Stunde im Sitzungssaal des Rates: "Sie sind ein Stückweit die Geburtshelfer der Mobilitätswende."

Auf diese Ehre hätten viele Anwohner der Lütticher Straße vermutlich dann doch gerne verzichtet.

 

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