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Absolut faszinierend ist, anhand der Gespräche zu verfolgen, mit welcher Rasanz sich das Virus in unserem Alltag einnistete und wie kurz die "Halbwertszeit" mancher Aussagen ist. Gerd Felder zu seinem Projekt: "Mit diesem Buch wollte und will ich all denen, die unter Corona gelitten haben oder leiden, und denen, die sich für sie einsetzen, ein kleines Denkmal setzen. Ihre Schicksale müssen uns alle interessieren. Auch müssen wir viel mehr aufeinander achten und hören und erkennen, wie sehr wir alle soziale Wesen sind und letztlich zusammengehören. Hoffentlich kommt das Buch als Appell rüber, auch nach Corona den Zusammenhalt zu wahren und Solidarität zu üben." Man möchte es diesem Buch wünschen - einem bewegenden zeitgeschichtlichen Dokument zu einem Kapitel deutscher Geschichte, das vermutlich noch lange nicht zu Ende ist.
"Das Schlimmste ist, dass wir gar keine Perspektive haben, wann es weitergeht." "Man liegt abgeschottet in einem Krankenzimmer und sieht keine Gesichter, sondern nur Menschen mit Masken. (...) Meine Außenkontakte liefen nur über das Handy." "Zeitweise musste ich alle paar Tage neue Hygienekonzepte entwickeln." "Jeder Lehrer hat pro Tag 150 bis 180 Sozialkontakte in oft engen, nicht belüfteten Räumen. Viele Kollegen haben Panik gehabt." "Man kann auch über Corona lachen." "Ich habe die Arbeit im Homeoffice als positiv empfunden, weil man mehr Zeit für die Familie und das eigene Umfeld hatte." "Vieles ist während der Pandemie weniger selbstverständlich als wir immer gedacht haben." "Besser eine Maske vor dem Gesicht als ein Zettel am Zeh." "Ja, es sind Fälle von illegaler Prostitution aufgedeckt worden, aber manchen Klientinnen blieb auch keine andere Wahl. (...) Die Frauen müssen in der Antoniusstraße Mieten von 120 Euro pro Zimmer und Tag zahlen." "Wenn sich Menschen in Filmen die Hände schütteln, zucke ich zusammen." "Es gibt keine Hinweise auf nennenswerte Covid-19-Infektionen in Kinos." "Einige unserer älteren Kunden haben die Einstellung: Ich habe die Bombardierung Dürens überstanden, was soll mir da noch passieren?" "Ich entdecke ganz neue Seiten des Lebens. Jedes Kinderlachen und jede Blume weiß ich jetzt viel mehr zu schätzen als früher." "Bei vielen Kollegen sieht es dramatisch aus. Ihre Einnahmen gehen teilweise gegen Null." "Die Novemberhilfe für die zweite Schließung läuft überhaupt nicht. Ich weiß bisher noch nicht mal, wo ich sie überhaupt beantragen kann." "Die Innenstädte, in denen der Einzelhandel ums Überleben kämpft, werden nicht mehr wiederzuerkennen sein." "Was regelmäßiges Stoßlüften mit zehn winzigen Wesen bedeutet, die vorher angezogen werden müssen, kann nur der beurteilen, der das praktisch umsetzen muss." "Als ich aktiver Fußballer war, waren Spiele ohne Zuschauer für mich das Schlimmste. Da fehlt alles, was für den Fußballsport typisch ist." "Mir war klar: Am Ende werde ich entweder der Held oder der Depp sein, und es gab keine Atempause." "Ich war ein Superspreader und hatte deswegen auch ein mulmiges Gefühl und ein schlechtes Gewissen." "Wir werden nicht jedes menschliche Leben erhalten können - schon gar nicht, wenn der Preis der ist, dass die Senioren in den Heimen vereinsamen, dass Sterbende keinen Besuch mehr erhalten dürfen und dass Kinder in unterprivilegierten Schichten in Sachen Schulbildung abgehängt werden." "Wenn man die Kinder mit Masken da sitzen sieht, ist das schon eigenartig. Sie versuchen, sich an die Auflagen zu halten und sind sehr anpassungsfähig, aber zugleich spüre ich bei ihnen eine tiefe Verunsicherung." "Wenn man heute die Bilder der Karnevalssession 2019/2020 sieht, erschrickt man fast und kann vieles nicht mehr verstehen, was wir damals bedenkenlos gemacht haben." "Das Schängche hat noch nie eine Seuche erlebt, denn es ist bekanntlich 1921 geboren, und da lag die schlimme Spanische Grippe schon drei Jahre zurück, andere Seuchen und Epidemien in Aachen wie die Pest oder die Pocken sogar noch länger." "Viele haben große Erwartungen an das Lied geknüpft, aber dass es so sehr die Herzen der Menschen erreichen und sie derart intensiv und emotional anrühren würde, hatte niemand erwartet." "Die Bürger glauben den Fehlinformationen in den sozialen Medien eher als selbst seriöser Presse." "Corona ist ein Dämpfer für menschliche Allmachtsphantasien." "Die Belastung in der Pflege verbrennt Leute; das lässt sich immer wieder beobachten. Viele Intensivpflegekräfte wechseln nach vier Jahren die Arbeitsstelle oder geben den Beruf ganz auf." "Die Entwicklung der Impfstoffe gegen das Corona-Virus ist eines der unglaublichsten Ereignisse unserer Zeit und ein unvergleichliches Geschenk für die Menschheit und die Wissenschaft." "Wenn wir eine Pandemie brauchen, um unsere Chance zu nutzen, dann können und sollten wir als Menschheit einpacken."
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