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23. Mai 2026
Bond-Feeling, Pferde und ein Dirigent
auf letzter „Pferd & Sinfonie“-Mission
Man nehme einen Dirigenten auf seiner letzten Mission, der spektakulär aus 45 Metern Höhe von einem der Flutlichtmasten an einer Slipline ins Stadion fliegt, die deutsche Stimme des aktuellen James Bond – Dietmar Wunder – als Gastgeber und ein Bond-Girl der Filmgeschichte, Britt Ekland, an der Seite von Boyd Exell in der Kutsche. Dazu das Aachener Sinfonierochester, Weltklasse-Pferdesportler, anmutige Tänze und das Hauptstadion als 007-Bühne. Heraus kam das größte und spektakulärste Konzert „Pferd & Sinfonie“, das Aachen je erlebt hat.
Fulminanter Stunt zum Auftakt
Fulminant war es gleich zu Beginn: Ein erwartungsvolles Raunen lag über den Rängen, als sich die Blicke im Aachener Hauptstadion gen Himmel richteten und sich hoch oben eine Silhouette abzeichnete. Im nächsten Moment glitt eine Gestalt an einer Slipline in die Tiefe, flog über den Rasen, direkt ins Zentrum der Arena: Christopher Ward.
Filmreifer hätte der Auftritt des Generalmusikdirektors der Stadt Aachen für seine letzte Mission als Dirigent von „Pferd & Sinfonie“ kaum sein können. Erstmals und einmalig zog das Erfolgsformat „Pferd & Sinfonie“ in die große Arena ein – und schenkte seinem musikalischen Kopf einen Abschiedsabend, der all das bündelte, was diese Konzertreihe seit Jahren prägt: große Bilder, große Emotionen und die perfekte Verbindung von Musik, Pferden und Show.
Vertraute Stimme
Durch diesen besonderen Abend führten Volker Raulf und – als unverwechselbare Bond-Verbindung – Dietmar Wunder, die deutsche Synchronstimme von Daniel Craig, dem bislang letzten James-Bond-Darsteller. Mit seinem markanten Timbre holte er die Besucher mitten hinein in die Welt des Geheimagenten und spannte zwischen den Szenen eine charmante, augenzwinkernde Erzählebene.
Was sich dann entfaltete, war weniger eine Abfolge von Programmpunkten als eine große, durchkomponierte 007-Erzählung: Mal schimmerten Gold und Diamanten im Scheinwerferlicht, wenn Ballett und Pferde in perfekter Synchronität über den Sand glitten, mal jagte die Action durch das Stadion, als die Vierspänner-Cracks Bram Chardon, Dries Degrieck und Anna Sandmann gemeinsam mit Richard Vogel und Luciana Diniz das Tempo anzogen und das Orchester echtes Bond-Stunt-Feeling entfachte.
Bond-Girl Britt Ekland auf dem Kutschbock
Filmreif wurde es, als neben Weltmeister Boyd Exell Britt Ekland auf dem Kutschbock Platz nahm – das legendäre Bond-Girl aus dem Film „The Man with the Golden Gun“, der im Jahr 1974 über die Leinwand flimmerte. Während das Orchester die Filmdramaturgie in Klang übersetzte, trafen sich Bond-Nostalgie und Live-Atmosphäre in einem einzigen, ikonischen Bild.
Zwischen Hochglanz und Hochgeschwindigkeit gehörten die großen Scheinwerfer aber auch den ganz Kleinen. So flitzten Shetlandponys mit ihren jungen Reiterinnen und Reitern durch die Arena, als seien sie längst im Dienst Ihrer Majestät – ohne dass der Abend sich im bloß Niedlichen erschöpfte: Nahtlos nahm die Show wieder Fahrt auf, als Voltigierer und Quadrillen die Arena in eine Choreografie aus Geschwindigkeit, Präzision und Mut verwandelten.
Zu den stillsten, zugleich eindringlichsten Szenen zählte der Auftritt von Rebecca Perroud. Ohne Zügel, nur über Körpersprache und Vertrauen mit ihren Pferden verbunden, zeichnete die Reit-Künstlerin Bilder, in denen ein Blick, eine Gewichtsverlagerung, ein kaum sichtbares Signal genügten. Wo der Bond-Kosmos oft von Explosionen und Verfolgungsjagden lebt, zeigte dieser Moment, wie leise echte Größe sein kann – und wie fein Christopher Ward sein Orchester in diesen Zwischentönen führte.
Kleine Gesten mit großer Wirkung
Ein weiterer leiser, dafür umso intensiverer Höhepunkt gehörte der Tiertrainerin Anne Krüger-Degener, die mit ihren Pferden, Hunden und Ziegen jene unsichtbare Sprache zwischen Menschen und Tieren zelebrierte, in der kleinste Gesten große Wirkung entfalten.
Zum Finale bat dann die Königin der Dressur persönlich zum Tanz: Isabell Werth, seit Jahrzehnten lizenziert im Dienst der Reitkunst. An ihrer Seite: ihr einstiger Schützling aus dem CHIO Aachen CAMPUS Exzellenz-Programm, Moritz Treffinger. Zu „Another Way To Die“ und „Skyfall“ verschmolzen Pferde, Musik und Licht zu einem Breitwandmoment, der das gesamte Stadion in Gänsehaut tauchte. Es war der Tanz zweier Generationen – und zugleich der musikalische Höhepunkt auf der letzten Mission von Christopher Ward bei „Pferd & Sinfonie“.
Die letzten Takte verklangen, das Licht kehrte zurück – doch das Gefühl blieb, Zeuge einer einmaligen Inszenierung gewesen zu sein.
Quelle: ALRV Pressemitteilung
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