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Ulrich Simons

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22. März 2021

30 Menschen aus der Region:
Wie Corona ihr Leben veränderte

Der 22. März 2020 bildete im Leben von 83 Millionen Deutschen eine Zäsur, und er ist schon heute ein Datum für die Geschichtsbücher: Das Corona-Virus, bis zu diesem Zeitpunkt irgendwo weit weg in China, war endgültig auch in Deutschland angekommen.

Ende Februar war die Zahl der Corona-Fälle in Deutschland und der Region noch überschauber gewesen. Dann feierte der Kreis Heinsberg Karneval, und die Rückkehrer aus dem Skiurlaub im österreichischen Ischgl übernahmen parallel dazu die deutschlandweite Verteilung des Virus. Die Welle war nicht mehr aufzuhalten. Deutschland ging in den Krisenmodus.

Der Aachener Journalist Gerd Felder hat zum Jahrestag des ersten Lockdowns 30 mehr oder weniger prominente Menschen im Rheinland zu ihren persönlichen Eindrücken, Erlebnissen und Herausforderungen in Beruf und Alltag seit dem Zusammenbruch des bis dahin gewohnten Lebens befragt.

Die spannende Collage, teils in Interview-Form, teils als Portraits, ist ab Montag als Buch im Handel erhältlich.

 

"Hoch spannende Zeit"

Ist es nicht ein Wagnis, in einer Zeit, in der viele das C-Wort lange schon nicht mehr hören können und die Einschränkungen ihres Alltags verfluchen, auch noch ein Buch über Corona herauszubringen?

Felder verneint vehement. "Wir durchleben gerade eine hoch spannende Zeit, die auch journalistisch herausfordernd ist."

Stichwort Herausforderung: Weil er nicht all seinen Gesprächspartnern den gleichen Fragenkatalog vorlegen wollte, musste Felder sich in kürzester Zeit in völlig unterschiedliche Sachgebiete einarbeiten. Eine enorme Fleißarbeit.

Zwischen September 2020 und Januar 2021 protokollierte er 30 Gespräche, und die Liste der interviewten "Promis" liest sich wie das "Who is who" des Rheinlandes aus Wirtschaft, Medizin, Kunst, Kultur und Kirche.

Hinzu gesellt sich eine illustre Schar großer und kleiner "Helden des Alltags" wobei sich die Bandbreite seiner Gegenüber vom Schausteller über eine Pflegedienstleiterin und einen Sternekoch bis hin zum Bestatter erstreckt, der als Nebenberufs-Präsident des Festkomitees Kölner Karneval gleich doppelt von den Auswirkungen der Pandemie betroffen war.

 

Gerd Felder - Corona-Jahr

Gerd Felder:
"Unser Corona-Jahr - Wie Rheinländer die Pandemie erleben"

1. Auflage 2021
Eifeler Literaturverlag in der Verlagsgruppe Mainz, Aachen
224 Seiten
ISBN-10: 3-96123-006-4
ISBN-13: 978-3-96123-006-8

14,80 Euro - hier bestellen

Absolut faszinierend ist, anhand der Gespräche zu verfolgen, mit welcher Rasanz sich das Virus in unserem Alltag einnistete und wie kurz die "Halbwertszeit" mancher Aussagen ist.

Gerd Felder zu seinem Projekt: "Mit diesem Buch wollte und will ich all denen, die unter Corona gelitten haben oder leiden, und denen, die sich für sie einsetzen, ein kleines Denkmal setzen. Ihre Schicksale müssen uns alle interessieren. Auch müssen wir viel mehr aufeinander achten und hören und erkennen, wie sehr wir alle soziale Wesen sind und letztlich zusammengehören. Hoffentlich kommt das Buch als Appell rüber, auch nach Corona den Zusammenhalt zu wahren und Solidarität zu üben."

Man möchte es diesem Buch wünschen - einem bewegenden zeitgeschichtlichen Dokument zu einem Kapitel deutscher Geschichte, das vermutlich noch lange nicht zu Ende ist.

 

Wort-wörtlich: 30 Originalzitate

"Das Schlimmste ist, dass wir gar keine Perspektive haben, wann es weitergeht."
Hans Bert Cremer (Schausteller aus Titz-Rödingen)

"Man liegt abgeschottet in einem Krankenzimmer und sieht keine Gesichter, sondern nur Menschen mit Masken. (...) Meine Außenkontakte liefen nur über das Handy."
Michael Schmitz-Aufterbeck (Intendant des Theaters Aachen und Corona-Patient im März 2020)

"Zeitweise musste ich alle paar Tage neue Hygienekonzepte entwickeln."
Sabine Hiseni (Pflegedienstleiterin im Seniorenzentrum Wehebachtal)

"Jeder Lehrer hat pro Tag 150 bis 180 Sozialkontakte in oft engen, nicht belüfteten Räumen. Viele Kollegen haben Panik gehabt."
Manfred Egerding (Lehrer am Aachener Inda-Gymnasium)

"Man kann auch über Corona lachen."
Wendelin Haverkamp (Kabarettist)

"Ich habe die Arbeit im Homeoffice als positiv empfunden, weil man mehr Zeit für die Familie und das eigene Umfeld hatte."
Michael Mronz (Turniermacher, der beim Gespräch am 8. Oktober noch davon ausging, dass der CHIO 2021 planmäßig Anfang Juli über die Bühne gehen würde.)

"Vieles ist während der Pandemie weniger selbstverständlich als wir immer gedacht haben."
Albert Sous (Goldschmied und Metallbildhauer aus Würselen)

"Besser eine Maske vor dem Gesicht als ein Zettel am Zeh."
Ralf Raspe (WDR-Moderator)

"Ja, es sind Fälle von illegaler Prostitution aufgedeckt worden, aber manchen Klientinnen blieb auch keine andere Wahl. (...) Die Frauen müssen in der Antoniusstraße Mieten von 120 Euro pro Zimmer und Tag zahlen."
Sabine Rompen und Audrey Völl (Beraterinnen in der Prostituierten-Hilfsorganisation "Solwodi")

"Wenn sich Menschen in Filmen die Hände schütteln, zucke ich zusammen."
Ildokó von Kürthy (Schriftstellerin)

"Es gibt keine Hinweise auf nennenswerte Covid-19-Infektionen in Kinos."
Georg Maas (Regisseur und Drehbuchautor)

"Einige unserer älteren Kunden haben die Einstellung: Ich habe die Bombardierung Dürens überstanden, was soll mir da noch passieren?"
Ralf Peters (Rewe-Einzelhändler in Düren)

"Ich entdecke ganz neue Seiten des Lebens. Jedes Kinderlachen und jede Blume weiß ich jetzt viel mehr zu schätzen als früher."
Jürgen "Hausmann" Beckers (Alsdorf)

"Bei vielen Kollegen sieht es dramatisch aus. Ihre Einnahmen gehen teilweise gegen Null."
Lars Vogt (Star-Pianist und Dirigent, Begründer des Kammermusik-Festivals "Spannungen" in Heimbach)

"Die Novemberhilfe für die zweite Schließung läuft überhaupt nicht. Ich weiß bisher noch nicht mal, wo ich sie überhaupt beantragen kann."
Christof Lang (Sternekoch aus Aachen, "La Becasse")

"Die Innenstädte, in denen der Einzelhandel ums Überleben kämpft, werden nicht mehr wiederzuerkennen sein."
Hermann Bühlbecker ("Lambertz"-Inhaber und Markenbotschafter)

"Was regelmäßiges Stoßlüften mit zehn winzigen Wesen bedeutet, die vorher angezogen werden müssen, kann nur der beurteilen, der das praktisch umsetzen muss."
Silke Junggeburth (Kita-Leiterin in Aachen)

"Als ich aktiver Fußballer war, waren Spiele ohne Zuschauer für mich das Schlimmste. Da fehlt alles, was für den Fußballsport typisch ist."
André Winkhold (Ex-Fußballprofi)

"Mir war klar: Am Ende werde ich entweder der Held oder der Depp sein, und es gab keine Atempause."
Stephan Pusch (Landrat in Heinsberg, dem ersten deutschen Hotspot)

"Ich war ein Superspreader und hatte deswegen auch ein mulmiges Gefühl und ein schlechtes Gewissen."
Marcel B. (einer der ersten Infizierten im Kreis Heinsberg)

"Wir werden nicht jedes menschliche Leben erhalten können - schon gar nicht, wenn der Preis der ist, dass die Senioren in den Heimen vereinsamen, dass Sterbende keinen Besuch mehr erhalten dürfen und dass Kinder in unterprivilegierten Schichten in Sachen Schulbildung abgehängt werden."
Dominik Groß (Medizinethiker)

"Wenn man die Kinder mit Masken da sitzen sieht, ist das schon eigenartig. Sie versuchen, sich an die Auflagen zu halten und sind sehr anpassungsfähig, aber zugleich spüre ich bei ihnen eine tiefe Verunsicherung."
Sigrid Zeevaert (Kinderbuchautorin)

"Wenn man heute die Bilder der Karnevalssession 2019/2020 sieht, erschrickt man fast und kann vieles nicht mehr verstehen, was wir damals bedenkenlos gemacht haben."
Christoph Kuckelkorn (Bestatter und Präsident des Festkomitees Kölner Karneval)

"Das Schängche hat noch nie eine Seuche erlebt, denn es ist bekanntlich 1921 geboren, und da lag die schlimme Spanische Grippe schon drei Jahre zurück, andere Seuchen und Epidemien in Aachen wie die Pest oder die Pocken sogar noch länger."
Otto Trebels (Leiter der Aachener Stadtpuppenbühne "Öcher Schängche")

"Viele haben große Erwartungen an das Lied geknüpft, aber dass es so sehr die Herzen der Menschen erreichen und sie derart intensiv und emotional anrühren würde, hatte niemand erwartet."
Oliver Schmitt (singender Kommissar)

"Die Bürger glauben den Fehlinformationen in den sozialen Medien eher als selbst seriöser Presse."
Jean Pütz (Wissenschaftsjournalist und Fenrsehmoderator)

"Corona ist ein Dämpfer für menschliche Allmachtsphantasien."
Helmut Dieser (Bischof von Aachen)

"Die Belastung in der Pflege verbrennt Leute; das lässt sich immer wieder beobachten. Viele Intensivpflegekräfte wechseln nach vier Jahren die Arbeitsstelle oder geben den Beruf ganz auf."
Thorsten Adrian (Intensivpflege-Manager am Rhein-Maas-Klinikum in Würselen)

"Die Entwicklung der Impfstoffe gegen das Corona-Virus ist eines der unglaublichsten Ereignisse unserer Zeit und ein unvergleichliches Geschenk für die Menschheit und die Wissenschaft."
Prof. Dr. Uwe Janssens (Intensivmediziner in Eschweiler)

"Wenn wir eine Pandemie brauchen, um unsere Chance zu nutzen, dann können und sollten wir als Menschheit einpacken."
Heiko von der Gracht (Zukunftsforscher aus Aachen)

 

Der Autor

Gerd Felder
, Dipl. theol., geboren 1957 in Jülich und aufgewachsen in Aachen, arbeitet seit 2004 als Freier Journalist, Buchautor und Publizist in Münster (Westfalen). Zuvor war er Chefredakteur der katholischen Kirchenzeitung „Der Dom“ in Paderborn.

Nach dem Abitur am Aachener Kaiser-Karls-Gymnasium im Jahr 1975 studierte Felder Katholische Theologie und Klassische Philologie in Bonn und Tübingen. 1985/86 volontierte er bei der „Aachener Volkszeitung“.

Er schreibt Artikel zu den Themen Kirche, Theologie, Kultur und Soziales für Zeitungen, Zeitschriften und Agenturen im ganzen deutschsprachigen Raum, berät Verlage, Verbände und Hilfswerke bei der Neukonzeption von Zeitungen und Broschüren und betreut Schulprojekte zu gesellschaftspolitisch relevanten Themen wie „Sterben und Tod“ oder „Flucht, Migration, Integration“. Daraus sind zahlreiche Bücher entstanden.

Im April 2021 werden Felder und seine Frau, eine gebürtige Aachenerin, Wohnung und Arbeitsstätte wieder in ihre Heimatregion verlegen.

 

Gerd Felder

Gerd Felder

Foto: privat

 

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